Sangha: Die ideale Weltgemeinschaft

von Ven. Prayudh Payutto (Dhammapitaka)

 
[Ein Vortrag, der am 25.-29. Januar 1986 auf dem Vierten Internationalen Kongreß der World Buddhist Sangha gehalten wurde. Der Kongreß fand im Buddha's Light Vihara, Bangkok statt]

Wie wir alle wissen, hielt der Buddha zwei Monate nach seiner Erleuchtung bei Vollmond (im Mai) seine Predigt im Wildpark von Isipatana. Die erste Predigt erhielt den Namen Dhammacakkappavattana-Sutta oder das In-Bewegung-Setzen des Dhammarades. Als Kondañña, einer der fünf Asketen, der auf den Bodhisatta wartete, dies hörte, während er sich in der Selbstkasteiung übte, erlangte er das Auge der Wahrheit (Dhamma-cakkhu) bzw. das Weisheitsauge, ein erster flüchtiger Einblick in das Nibbana. Kondañña bat den Buddha um die Mönchsweihe und wurde als Bhikkhu angenommen, wodurch er zum ersten Mitglied des bzw. des buddhistischen Mönchsordens wurde. Aufgrund dessen wurde er allgemein bekannt als Buddhas erster Schüler. Da es bis dahin nur den Buddha und den Dhamma auf der Welt gab, bedeutete dieses Ereignis die Vollendung des dreifachen Juwels: Buddha, Dhamma und Sangha.

In diesem Zusammenhang muß auf die Entstehung des Sangha eingegangen werden. Genau genommen handelte es sich um das erste Mitglied des Sangha. Kondañña, der seit diesem Zeitpunkt unter dem Namen Aññakondañña bekannt wurde, war der erste Mensch, der nach dem Buddha die Wahrheit erblickte und als Bhikkhu angenommen wurde.
 

Zwei Formen des Sangha

Phra Payutto Unter dem Begriff Sangha versteht man eine Gesellschaft oder Gemeinschaft. Hierbei sollte man zwei Formen des Sangha unterscheiden, den Savaka-Sangha bzw. die Gemeinschaft der (edlen) Schüler und den Bhikkhu-Sangha bzw. die Gemeinschaft der Bhikkhus oder Mönche. Der erstere wird auch Ariya-Sangha bzw. Edler Sangha (Gemeinschaft der Edlen oder wahrhaft Zivilisierten) genannt, während letztere auch unter dem Namen Sammati-Sangha bzw. konventioneller Sangha bekannt ist. Der Edle Sangha der wahrhaft Zivilisierten setzt sich aus vier Arten von Personen zusammen, die sich auf vier unterschiedlichen Entwicklungsstufen bzw. Stufen des Einblicks in die Wahrheit befinden, während der konventionelle Sangha der Bhikkhus einfach aus vier oder mehr Mönchen besteht.

Als Kondañña das Auge der Wahrheit erlangte, wurde er zum ersten Mitglied des edlen Sangha und nachdem er die Mönchsweihe zum Bhikkhu erhielt, war er das erste Mitglied des konventionellen Sangha. So führte die erste Predigt des Buddha zur Gründung beider Gemeinschaften, des Edlen Sangha der Schüler und des konventionellen Sangha der Mönche.

Zu den vier Arten von Personen, die den Edlen Sangha bilden, gehören die Sotapanna bzw. Anfänger (Personen, die Neulinge auf dem Pfad sind, der zum Nibbana führt), die Sakadagami bzw. einmalige Rückkehrer (Personen, die nur noch einmal in das weltliche Leben zurückkehren), die Anagami bzw. Nichtrückkehrer (Personen, die nie mehr in die zweifelhaften Bedingungen dieser Welt zurückkehren) und die Arahants bzw. die Wertvollen (Personen, die das Ideal der Perfektion und damit das Ziel Nibbana erreicht haben).

Die Sotapanna haben, was die Moral betrifft, Perfektion erreicht und konnten sich von den drei Fesseln, der Selbsttäuschung, dem Zweifel und dem Anhaften an bloße Regeln und Rituale befreien. Die Sakadagami haben außerdem eine Mäßigung der Begierde, des Hasses und der Verblendung erreicht. Die Anagami haben ihre mentale Disziplin perfektioniert und die Fesseln sexueller Begierde und Leidenschaft ausgemerzt, die Arahant haben Perfektion in der Weisheit erlangt und konnten sich von den weiteren fünf Fesseln befreien. Zu ihnen zählen das Anhaften an eine feinstoffliche Existenz, das Anhaften an immaterielle Existenz, Arroganz, Ruhelosigkeit und Unwissenheit.
 

Der klösterliche Sangha und die Gründung des Edlen Sangha

Aufgrund seiner Bemühungen um das Wohl der Welt war es offensichtlich die Absicht des Buddha, die gesamte Menschheit darin zu unterrichten, Fortschritte in ihrer persönlichen Entwicklung zu erzielen, um ein Sotapanna, Sakadagami, Anagami und Arahant zu werden. In anderen Worten, er wollte, daß sie Mitglieder des Edlen Sangha werden. Das Ideal war sicherlich, die Welt zu einer Gemeinschaft edler oder wahrhaft zivilisierter Menschen zu machen. Um dies zu erreichen, ist jedoch eine konkrete und solide Organisation erforderlich. Aus diesem Grund wurde der konventionelle Sangha der Mönche gegründet. Der Sangha der Mönche bzw. der Bhikkhu-Sangha erhielt infolgedessen die Hauptaufgabe, allen Menschen den Dhamma zu lehren, ungeachtet ihrer Kaste, Klasse, ihres Geschlechts und ihrer Nationalität. Der Dhamma wird sie in ihrer Selbstentwicklung unterstützen, um sie zu Ariya oder Arya (edlen oder wahrhaft zivilisierte Personen) zu machen. Aus diesem Grund heraus helfen die Mönche den Menschen dabei, eine universelle Gemeinschaft edler, erleuchteter und wahrhaft zivilisierter Personen aufzubauen.

Obwohl der Bhikkhu-Sangha neu gegründet wurde und sie damals eine recht kleine Gemeinschaft war, die nur aus sechzig Mönchen bestand, sandte der Buddha alle ihre Mitglieder in sämtliche Richtungen aus, um den Dhamma zu verbreiten. Die Gemeinschaft bestand zu dieser Zeit erst seit drei Monaten. Daraus kann man erkennen, wie stark der Geist, für das Wohl der Menschen zu handeln, vorhanden war. Die Worte, die der Buddha benutzte, als er seine Schüler zu diesem Zweck aussandte, reflektieren das Ideal der Errichtung eines weltweiten edlen Sangha sehr gut. Dies waren Buddhas eigene Worte (Vin.I.21):

Kurzum, der Sangha der Mönche bzw. der Bhikkhu-Sangha wurde sowohl als Instrument als auch als Ausgangspunkt und Bollwerk zur Errichtung des universellen Sangha zivilisierter Menschen, die sich nach dem Dhamma richten, gegründet. Die Hauptaufgabe des konventionellen Sangha besteht darin, wie bereits oben erwähnt, den Dhamma zu lehren und so weit wie möglich zu verbreiten, und zwar auf eine Weise, daß ihn die gewöhnlichen Leute verstehen und praktizieren können, um auf dem Pfad mit dem Ziel, ein Ariya (Edler oder Zivilisierter) zu werden, Fortschritte zu machen und anschließend ein Mitglied des edlen Sangha bzw. der zivilisierten Weltgemeinschaft werden zu können. In der Zwischenzeit spielt jedoch ebenfalls der Sangha der Mönche eine Reihe wichtiger Rollen. Manche davon sind von zentraler, andere von mittlerer und wieder andere von untergeordneter Bedeutung.

Besonders am Anfang sind die Bedingungen des Umfelds für die Verwirklichung eines idealen Lebens ungünstig. Der Bhikkhu-Sangha bietet eine geeignete Einrichtung, in der entschlossene Mitglieder ihren gewählten Lebensweg tatkräftig verwirklichen und andere aktiv anleiten können.

Der Bhikkhu-Sangha ist das Herzstück und die treibende Kraft des zukünftigen edlen Sangha. Durch das Führen eines vorbildlichen, edlen Lebens üben die Mönche ihren Einfluß auf die gewöhnlichen Leute aus, was diese dazu bewegt, den edlen Pfad mit dem Ziel zu beschreiten, des Edlen Sangha beizutreten.

Der Bhikkhu-Sangha dient außerdem als Ausbildungsstätte sowohl derer, die ihr beitreten als auch der gewöhnlichen Leute, um diese dazu zu bewegen oder besser darauf vorzubereiten, Mitglieder des Edlen Sangha zu werden.
 

Grundlagen des Sangha

Zu Buddhas Zeiten wurde der Buddhismus gewöhnlich "Dhamma-Vinaya" genannt (die Doktrin und die Disziplin). Das heißt, daß Dhamma-Vinaya eine andere Bezeichnung oder genauer gesagt, die ursprüngliche Bezeichnung für den Buddhismus ist. Daraus läßt sich ableiten, daß der Buddhismus aus den beiden Gliedern, dem Dhamma und dem Vinaya besteht. Dieses Konzept steht in direktem Zusammenhang mit den zwei Formen des Sangha.

Die Existenz und Stabilität des konventionellen Sangha der Mönche hängt von den Ordensregeln (Vinaya) ab. Der Vinaya ist das Herzstück des Bhikkhu-Sangha. In Übereinstimmung mit den Regeln des Vinaya erhält man die Mönchsweihe als Bhikkhu oder wird in den Sangha der Mönche aufgenommen. Die Zugehörigkeit zum Bhikkhu-Sangha kann auch damit enden, daß ein Mitglied derselben in nicht wieder gutzumachender Weise gegen den Vinaya verstößt. Die Regeln des Vinaya bestimmen alle Aktivitäten der Mönchsgemeinschaft sowie sämtliche Aspekte des Lebens eines Bhikkhu. Mönche oder Bhikkhus werden aufgrund konkreter disziplinarischer Regeln eingestuft. Ein Bhikkhu gilt als Navaka bzw. als neu Ordinierter, wenn seine Aufnahme in den Orden noch keine fünf Jahre zurückliegt. Auf dieser Stufe lebt er im "Nissaya" bzw. ist er auf einen Acariya oder Lehrer angewiesen, das heißt, er ist noch ein Abhängiger. Sobald seine Zugehörigkeit zur Mönchsgemeinschaft den Zeitraum von fünf Jahren überschritten hat, wird er aus der Abhängigkeit befreit und gilt von diesem Zeitpunkt an als Nissaya-Muttaka bzw. unabhängiger Mönch. Nachdem er zehn Jahre in der Mönchsgemeinschaft verbracht hat, wird er ein Thera bzw. älterer Mönch. Wenn er qualifiziert ist, kann er von nun ab die Aufgaben eines Upajjhaya bzw. eines Lehrers ausüben. Die Rechte und Privilegien werden bei den Bhikkhus entsprechend der Regeln des Vinaya vergeben.

Der edle Sangha der Schüler beruht hingegen auf dem Dhamma. Während der Vinaya das externe Leben eines Mönchs regelt, werden seine körperlichen und verbalen Handlungen, seine sozialen Beziehungen zu anderen und seine nach innen gerichtete und spirituelle Seite vom Dhamma geprägt. Es wird nicht nur von den Mönchen, sondern von allen erwartet, sich an die Regeln des Dhamma zu halten. Im Gegensatz zur formellen Aufnahme als Mitglied im konventionellen Sangha der Mönche hängt die Mitgliedschaft im Edlen Sangha der Schüler von der Stufe der Selbstentwicklung und inneren Errungenschaften ab. Sobald sich eine Person, ganz gleich ob es sich dabei um einen Mönch oder einen Laien handelt, die vier edlen Wahrheiten vergegenwärtigt und einen ersten Eindruck von Nibbana bekommen hat, wird er automatisch zu einem Sotapanna und gleichzeitig ein Mitglied des Edlen Sangha der Schüler. Der erste Fortschritt auf dem Pfad bis zum Erreichen des Endziels beruht einzig und allein auf dem Grad der Selbstentwicklung und der inneren Errungenschaften, ohne daß dabei externe Faktoren wie Alter, Geschlecht, Autorität oder Zeit und Raum eine Rolle spielen. Aufgrund dessen kann ein zwölfjähriger Novize ein Arahant sein, während ein siebzigjähriger Mönch nur ein Weltkind ist und noch nicht einmal die Sotapannaschaft erreicht hat. Ein weiser Laie kann die Arahantschaft in einem Zeitraum von einer Stunde erreichen, wohingegen viele Mönche sich im Laufe ihres Lebens vergeblich darum bemühen. Wie der Buddha in der Dhammapada sagte: Derjenige, der sich in der Ruhe übt, ruhig, beherrscht, sicher und tugendhaft ist und aufgehört hat, andere Lebewesen zu verletzen, auch wenn er feine Gewänder trägt, ist wahrhaftig ein Brahmane, ein Samana, ein Bhikkhu. (Dh.142)

Obwohl das Fortschreiten auf dem Pfad zur Selbstentwicklung und zum Erlangen innerer Errungenschaften eine persönliche Angelegenheit ist, ist derjenige, der ihn geht, doch nicht auf sich allein gestellt oder hilflos. Außer dem großen Lehrer, dem Buddha, der ihm den Weg weist und ihn mit den nötigen Werkzeugen ausstattet, stehen ihm im konventionellen Sangha der Mönche gemäß den Regeln des Vinaya die Kalyanamitta, die guten spirituellen Freunde beratend und ermutigend zur Seite und es werdem ihm eine Lebensweise und Bedingungen geboten, die sich auf seine Bemühungen vorteilhaft auswirken. Besonders für diejenigen Mitglieder des Edlen Sangha, die auf dem Pfad weit fortgeschritten sind oder den Gipfel erreicht haben, ist der Bhikkhu-Sangha die Lebensgemeinschaft, die für sie am besten geeignet ist. Es sind gerade diese Mitglieder, die den konventionellen Sangha der Mönche am besten behüten und als Kalyanamitta oder gute spirituelle Freunde für all diejenigen da sind, die den Pfad nach ihnen betreten haben.

Kurzum, die zwei Formen des Sangha unterstützen sich gegenseitig und ergänzen sich bei der Verwirklichung buddhistischer Ideale. Ohne den Willen und die Bemühung, sich dem Edlen Sangha der Schüler anzuschließen oder sie aufrechtzuerhalten, ist der konventionelle Sangha der Mönche bedeutungslos oder entfernt sich zumindest vom Ideal ihres Gründers, dem Buddha. Stünde eine konkrete Organisation wie der Bhikkhu-Sangha nicht als Werkzeug zur Verfügung, wäre die Aufgabe der Gründung und Aufrechterhaltung des Ariya-Sangha der Schüler sehr schwer, wenn nicht sogar eine Unmöglichkeit.
 

Das wahre Ziel des Sangha

Es besteht kein Zweifel darüber, daß der Frieden und die Freiheit die höchsten Ziele im Buddhismus sind. Beide sind Synonyme für Nibbana oder Nirvana. Frieden kann praktiziert und Freiheit erreicht werden, wenn sich der Sangha der Mönche unermüdlich darum bemüht, den edlen Sangha der Schüler sowie deren Allgemeingültigkeit aufrechtzuerhalten.

Die Freiheit besteht aus drei Teilen bzw. kann in drei Stufen eingeteilt werden. Zuerst sollte gewährleistet werden, daß man die Grundfreiheit des Lebens ohne die fundamentalen Unsicherheiten und Gefahren wie Armut, Krankheit oder Katastrophen (z. B. Dürren und Hungersnöte) besitzt. Ohne dieses Mindestmaß an Grundfreiheit ist niemand dazu imstande, sublimere Freiheiten zu erreichen. An zweiter Stelle steht die gesellschaftliche Freiheit ohne menschliche Unterdrückung oder Ausbeutung. Diese ist verbunden mit Toleranz, Freundlichkeit und Güte. Fehlt diese Freiheit, ganz zu schweigen von der absoluten Freiheit, kann nicht einmal die Grundfreiheit verwirklicht werden. Sollte diese noch vorhanden sein, wird sie mit Sicherheit verloren gehen. An dritter und letzter Stelle steht die absolute Freiheit des inneren Bewußtseins der Menschen, also die Freiheit von geistigem Leiden in Form von Gier, Haß und Unwissenheit, die den Geist verwirren und die Menschen dazu verleiten, alle Arten von Übeltaten zu begehen. Mit dem Erreichen dieser Stufe von Freiheit, kann wirkliches Glück erfahren und die gesellschaftliche Freiheit gesichert werden. Sie hängt auch von dem festen Fundament ab, auf dem alle Methoden oder Verfahren entwickelt werden können, die dazu beitragen, die Grundunsicherheiten und Gefahren des Lebens zu überwinden, da andernfalls Menschen, deren Geist verwirrt ist, diese Gefahren und Unsicherheiten immer weiter verstärken.

Bei einer anderen Unterteilung wird davon ausgegangen, daß die Freiheit aus vier Elementen besteht. Dabei wird die absolute innere oder individuelle Freiheit in zwei Stufen emotionaler Freiheit unterteilt: die Freiheit des Herzens und die intellektuelle Freiheit bzw. die Freiheit der Weisheit aufgrund von wahrem Wissen. Die vier Stufen der Freiheit setzen sich infolgedessen aus der grundlegenden physischen, der gesellschaftlichen, der emotionalen und der intellektuellen Freiheit zusammen.

Durch die Belehrung und Ermutigung von Menschen, die drei Stufenziele sowie die drei Phasen des Guten zu verwirklichen, wie dies der Buddha gelehrt hat, hilft der Sangha der Mönche sowohl direkt als auch indirekt, die dreifache Freiheit zu erlangen.

Die drei Stufenziele sind:

1. Das Erreichen von gegenwärtigem oder zeitlich begrenztem Wohlbefinden (auf Pali Ditthadhammikattha) durch harte Arbeit, Fleiß, gute Organisation, Zusammenarbeit, sparsame Lebensführung und Achtsamkeit. Dies beinhaltet Wohlstand, ausreichende Nahrung, die Erfüllung sonstiger Bedürfnisse des täglichen Lebens, Gesundheit und andere Aspekte des physischen Wohlbefindens.

2. Das Erreichen von zukünftigem oder spirituellem Wohlergehen (auf Pali Samparayikattha) durch Hingabe und Vertrauen auf das Gute: Moral, Güte, Weisheit und andere Tugenden.

3. Das höchste Ziel oder Gut (auf Pali Paramattha) besteht darin, einen reinen und klaren, glücklichen und sicheren Geist zu besitzen, der nicht durch Gier, Haß und Unwissenheit verunreinigt ist bzw. von weltlichen Schicksalsschlägen gebeutelt wird, also das Erreichen der absoluten Freiheit von Nibbana.
 

Die drei Phasen des Guten sind:

1. Das Gute für sich selbst bzw. für das eigene Wohlergehen, Attattha. Es bezieht sich auf die oben erwähnten drei Stufenziele, die von jedem persönlich erreicht werden können.

2. Das Gute für andere bzw. für das Wohlergehen anderer, Parattha. Auch dies bezieht sich auf die drei Stufenziele. Für deren Verwirklichung sollte anderen Anleitung oder Hilfe angeboten werden.

3. Das allgemeine Gute oder das allgemeine Wohlergehen sowohl für sich selbst als auch für andere, Ubhayattha bezieht sich ebenfalls auf die erwähnten drei Stufenziele, insofern daß diese von allen Beteiligten verwirklicht werden sollten. Sie tragen dann zum Nutzen der Allgemeinheit, einem günstigen Umfeld und schließlich zu geistigem Frieden und Glück bei.

Durch die ersten beiden Stufenziele wird gewährleistet, daß alle Menschen frei von den Grundübeln und Unsicherheiten des Lebens sowie von gesellschaftlichen Mißständen wie Aggression, Kriminalität, Unterdrückung und Ausbeutung sind. Diejenigen Menschen, die mit diesen beiden Stufen der Freiheit gesegnet sind, haben gute Voraussetzungen bzw. sind besser darauf vorbereitet, das höchste Gut anzustreben und die absolute Freiheit zu erlangen. Dadurch, daß man sich selbst darum bemüht, die absolute Freiheit zu verwirklichen, wird man eines Tages zu einem Mitglied des Edlen Sangha der Schüler. Diejenigen, die die absolute Freiheit bereits erreicht haben, werden immer dazu beitragen, daß die ersten zwei Stufenziele an Bedeutung gewinnen, da diese die Voraussetzung zur Erlangung der absoluten Freiheit sind. Darüber hinaus verstärken die Übungen zur Verwirklichung der drei Phasen des Guten das Erreichen der drei Stufen der Freiheit.

Alles in allem ist es die Aufgabe der Sangha der Mönche, darauf hinzuarbeiten, daß die drei Stufenziele und die drei Phasen des Guten weiterhin praktiziert werden, damit die Verwirklichung der drei Stufen der Freiheit und dadurch idealerweise die Gründung und der Fortbestand des Edlen Sangha der Schüler gewährleistet wird.

Genau wie die Freiheit sollte auch der Frieden klassifiziert werden. Es gibt zwei Arten von Frieden: den äußeren und den inneren Frieden. Der äußere Frieden bezieht sich für gewöhnlich auf die gesellschaftliche Situation und bedeutet Freiheit von Kampf, Differenzen, Streitigkeiten, Aufruhr, Gewalt, Unruhen und, in einem größeren Rahmen von Krieg. Der innere Frieden bezieht sich auf den geistigen oder spirituellen Frieden. Es handelt sich dabei um einen Zustand der Freiheit von Furcht, Angst, Ärger, Ablenkung, Besessenheit und, im engsten Sinne, Freiheit von allen Arten geistigen Leidens und Verwirrung. Es ist offensichtlich, daß es ohne Freiheit keinen Frieden geben kann. Ist erst einmal die Freiheit gewährleistet, kann auch Frieden erreicht werden.

Wie bei der Freiheit hat der Sangha auch hier viel mit dem äußeren als auch mit dem inneren Frieden zu tun. Der Sangha der Mönche ebnet den Weg vom äußeren zum inneren Frieden der absoluten Freiheit und sobald der Edle Sangha diesen inneren Frieden erreicht hat, ist eine feste Grundlage geschaffen, auf der der äußere, gesellschaftliche Frieden sicher und dauerhaft aufgebaut werden kann.
 

Entwicklung des Sangha der Mönche

Die Bedeutung des konventionellen Sangha der Mönche als wichtigstes Instrument zur Ausdehnung und Erhaltung des edlen Sangha der Schüler wurde während der langen Geschichte des Buddhismus erkannt. Aufgrund dessen wurde eine kleiner Sangha von Mönchen in fremde Länder oder entfernte Orte entsandt, um den Buddhismus zu verbreiten. Oftmals wurde nur ein Mönch oder eine Gruppe von zwei oder drei Mönchen zur Erfüllung dieser Aufgabe entsandt, wobei der Mönch bzw. die Gruppe davon abhängig war, ob die dort Ansässigen an die Lehre glaubten oder das Mönchsgelübde ablegten, bevor ein lokaler Sangha der Mönche gegründet werden konnte.

In der Anfangszeit, besonders zu Beginn des Aufstiegs der Lehre Buddhas, waren die Mitglieder des Sangha der Mönche auch Ariya bzw. Mitglieder des Edlen Sangha. Sie sahen ihre Aufgabe demzufolge lediglich darin, zu einer Erhöhung der Mitgliederzahl des Edlen Sangha beizutragen und diejenigen aufzunehmen, die dazu bereit und darauf vorbereitet waren, in den Sangha der Mönche aufzunehmen. Im Laufe der Zeit, als der Sangha der Mönche starken Zuspruch erlebte, stieg die Mitgliederzahl in den Sangha der Mönche durch diejenigen, die noch nicht dazu berechtigt waren, ein Mitglied des Edlen Sangha zu werden. Der Sangha der Mönche übernahm daraufhin mehr und mehr die Aufgabe, die noch nicht erleuchteten Mitglieder auszubilden und die Energie der leitenden Möche des Sangha mußte für Aufgaben innerhalb und außerhalb des Klosters aufgeteilt werden. Manchmal beschäftigten sich die leitenden Mönche zu sehr mit dem Klosterleben, was dazu führte, daß die Aufgaben außerhalb der Klöster vernachlässigt wurden. Im Allgemeinen war es jedoch so, daß nachdem erst einmal ein klösterlicher Sangha in einem fremden Land gegründet wurde, sich der Buddhismus dort verbreitete.

Die vielen Formen klösterlicher Sanghas in den einzelnen Ländern lebten und arbeiteten in verschiedenen Umgebungen und unter Menschen unterschiedlicher Kulturen. Im Laufe der Zeit und der Jahrhunderte entwickelten sie neue Aufgaben und Traditionen je nach den örtlichen Gegebenheiten. Einige dieser Aufgaben und Traditionen entwickelten sich sogar auf Kosten des ursprünglichen fundamentalen Ziels, der Erhaltung des edlen Sangha der Schüler. Trotz aller lokalen Unterschiede hat der Vinaya die verschiedenen klösterlichen Sanghas zusammengehalten. Auch wenn diese geographisch weit entfernt lagen, waren sie sich doch nicht zu unähnlich.

Es ist unmöglich, in diesem Rahmen auf alle einzelnen klösterlichen Sanghas in den verschiedenen Ländern einzugehen. Da es heißt, daß der heutige Thai Sangha die größte klösterliche Gemeinschaft der Welt sei, wird sie hier als Beispiel angeführt.
 

Die klösterliche Tradition in Thailand

Die klösterliche Tradition in Thailand kann bis zur Zeit des Königs Asoka zurückverfolgt werden, als um das Jahr 234 nach Buddha (310 vor Christus) neun Mönchsgruppen als Boten des Dhamma ausgesandt wurden, um den Dhamma in verschiedenen Ländern zu verbreiten. Eine dieser Missionen, angeführt von den Ältesten Sona und Uttara, kam nach Suvannabhumi, ein Gebiet, zu dem einige Teile des heutigen Thailand gehörten und es gelang ihr, den Buddhismus dort einzuführen. Wir wissen nicht viel über die spätere Situation und Entwicklung des Buddhismus bis zum Zeitpunkt der Gründung der gegenwärtigen Linie des klösterlichen Sangha in Thailand zur Zeit der Sukhothai um das Jahr 1820 nach Buddha (1277 nach Christus). Wir haben erfahren, daß zu dem Zeitpunkt, an dem die heutige Form des klösterlichen Sangha der Lankavamsa Tradition in Sukhothai gegründet wurde, Mönche einiger älterer, lokaler Traditionen vorherrschten. Die Mönche der älteren Traditionen wurden bereits vor langer Zeit in den neu gegründeten Sangha aufgenommen.

Die heute in Thailand vorherrschende Tradition des klösterlichen Sangha wurde mit der vollen Unterstützung des Königs gegründet, der seinerseits den weit entfernt wohnenden leitenden Mönch zu sich einlud, um die Gründung durchzuführen. Seit diesem Zeitpunkt genießt sie, inzwischen schon seit 700 Jahren, den Status eines nationalen Sangha, der unter königlicher Schirmherrschaft und staatlichem Schutz steht. Heute besteht die große klösterliche Gemeinschaft Thailands in etwa aus 400.000 Mönchen und Novizen, die in mehr als 30.000 Klöstern im ganzen Land untergebracht sind. Vergleicht man diese Zahl mit der Gesamtbevölkerung Thailands, die derzeit 48 Millionen beträgt, von denen ca. 93,4 % Buddhisten sind, verdient Thailand den Namen "Land der gelben Roben" Die Tatsache, daß es einer so großen Mönchsgemeinschaft mit der Unterstützung einer buddhistischen Bevölkerung dieser Größe so gut geht, zeigt deutlich, wie fromm und großzügig die thailändischen Buddhisten sind.

Von Anfang an war der klösterliche Sangha Thailands in folgende zwei Gruppen unterteilt: Stadtmönche und Waldmönche. Diese Unterteilung bezieht sich nur auf die Spezialisierung und die beiden Gruppen haben ein gutes Verhältnis zueinander. Teilweise wechseln die Mitglieder sogar zur jeweils anderen Gruppe. Die Waldmönche bewahren die Tradition der Meditation, während sich die Stadtmönche auf das Studium konzentrieren und sich in religiös-kulturellen Aktivitäten engagieren. Im Vergleich zu den Stadtklöstern ist die Anzahl der Waldklöster gering.

Die mehr als 30.000 Klöster werden außerdem in zwei Kategorien eingeteilt: königliche und private bzw. gemeinschaftliche Klöster. Zu den königlichen Klöstern zählen diejenigen Klöster, die vom König errichtet wurden oder seine Anerkennung erhalten haben. Sie sind sehr groß und haben imposante Gebäude. Die Gemeinschaftsklöster sind meist kleiner und einfacher. Es gibt nur ca. 200 königliche Klöster, wovon sich die meisten in der Hauptstadt befinden. Die Mehrzahl aller privaten oder gemeinschaftlichen Klöster wurde hingegen in den Dörfern des Landes errichtet.

Die Könige von Ayudhya sind seit 600 Jahren stark vom Brahmanismus beeinflußt und nahmen in kulturellen und administrativen Angelegenheiten den Rat der brahmanischen Berater an. Infolgedessen konnten sich die brahmanischen Riten und Zeremonien Seite an Seite mit den nationalen buddhistischen halten. Dies hat manchmal zu einer Vermischung beider geführt. Die Landbevölkerung hielt mehr oder weniger am animistischen Glauben und den entsprechenden Praktiken fest. Durch die Verbindung der Mönche mit der Landbevölkerung konnten einige animistische Elements in den Buddhismus gelangen. Mit der Integration animistischer und brahmanischer Elemente in den Buddhismus bildete sich durch die Assimilation eine Form des populären Buddhismus heraus, in dem Riten und Zeremonien sowie abergläubische Ansichten und Praktiken vorherrschend sind.

Die Stadt- und Landklöster sind für alle Schichten der thailändischen Bevölkerung seit jeher Ausbildungsstätten sowohl im religiösen als auch weltlichen Bereich gewesen. Es werden hauptsächlich Fächer wie Lesen, Schreiben und Mathematik unterrichtet, allerdings nur für Jungen. Die Thais haben außerdem den Brauch der befristeten Ordination entwickelt. Es wird erwartet, daß jeder junge Mann etwa drei Monate (gewöhnlich in der Vassa- bzw. Regenzeit) als Mönch in einem Kloster verbringt. Dort findet die gesellschaftliche Erziehung der männlichen Mitglieder der Gesellschaft statt, da erwartet wird, daß sie das Mönchtum kennenlernen bzw. die klösterliche und kulturelle Ausbildung durchlaufen, bevor sie eine Familie gründen und andere gesellschaftliche Aufgaben übernehmen, einschließlich der Ableistung des Zivil- oder Wehrdienstes. Dieser Brauch hat sich jedoch in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts abgeschwächt.

Seit der Einführung des modernen westlichen Ausbildungssystems in Thailand vor ca. 100 Jahren gibt es im Bereich der Ausbildung das Problem der Chancenungleichheit, da eine große Anzahl armer und unterprivilegierter Jugendlicher, die aus den Dörfern des Landesinneren stammen, keinen Zugang zur öffentlichen und höheren Ausbildung haben. Die Klöster haben viel geleistet, um die Situation zu entschärfen, dadurch daß die Mönche für die Bauernsöhne und die entfernt wohnende Landbevölkerung die Ausbildung übernommen haben. Demzufolge dient das monastische Ausbildungssystem im heutigen Thailand, dazu zählt sowohl das traditionelle System der Pali- und Dhammastudien als auch die zwei buddhistischen Universitäten in Bangkok mit den ihnen angeschlossenen Schulen in der Provinz, nicht nur dazu, eine klösterliche Ausbildung für Mönche und Novizen zu erteilen, sondern auch dazu, den Ausbildungsbedarf der thailändischen Gesellschaft als Ganzes zu decken.

Die Klöster waren die Zentren der thailändischen Kultur und der Buddhismus deren Grundlage. Die Kunst und Architektur wurde in den Klöstern entwickelt und dort aufbewahrt. Eine große Anzahl der thailändischen Wörter, vor allem im technischen Bereich, sind aus dem Pali und Sanskrit abgeleitet. Die thailändische Literatur basierte zu einem großen Teil auf buddhistischen Texten. Es ist eine Tatsache, daß in der Vergangenheit die meisten literarischen Werke Thailands buddhistischer Natur waren, die von Mönchen in den Klöstern verfaßt wurden. Darüber hinaus waren die Klöster Zentren gesellschaftlicher Aktivitäten. So wurden große Versammlungen, sowohl im Rahmen religiöser als auch weltlicher Anlässe, einschließlich Tempelmessen abgehalten.

Obwohl seit der Gründung der Dhammayut-Gruppe (auch Dhammayuttika genannt) vor ca. 150 Jahren der klösterliche Sangha Thailands in zwei Teilgruppen, Mahanikaya und Dhammayut, gespalten wurde, ist die gesamte Mönchsgemeinschaft unter einer Leitung, dem "Council of Elders" (Ältestenrat) bzw. dem höchsten Rat des Sangha vereint, dessen Vorsitzender der oberste Patriarch ist. Der Staat hat Gesetze mit verfassungsrechtlichem Charakter erlassen, nach denen sich der Sangha selbst verwalten darf. Gemäß dem geltenden Gesetz von 2505 nach Buddha (1962 nach Christus) basiert die Verwaltung des Sangha auf einem zentralistischen System. Der oberste Patriarch, der vom König ernannt wird, hat die absolute Leitungsbefugnis über die gesamte klösterliche Gemeinschaft sowie sämtliche geistliche Angelegenheiten. Ihm ist der oberste Rat des Sangha, der "Sangha Supreme Council" unterstellt, der ihm zu Beratungszwecken zur Verfügung steht. Diesem obersten Leitungsorgan sind auf lokaler Verwaltungsebene 73 geistliche Provinzverwalter unterstellt, die für die Leitung der lokalen Angelegenheiten des Sangha zuständig sind, jeder für seine jeweilige Provinz.
 

Der Sangha, der Staat und die ideale Weltgemeinschaft

Bei der Ausübung ihrer Aufgabe bemüht sich der klösterliche Sangha hauptsächlich um die Moral und die Zufriedenheit seiner Mitglieder. Es deutet jedoch alles darauf hin, daß der Bhikkhu-Sangha während seiner gesamten Geschichte in Verbindung mit einer anderen zentralen Institution der Gesellschaft stand, und zwar dem Staat, der durch den König oder Herrscher vertreten wird. Zu Buddhas Zeiten hatten die Könige Bimbisara und Pasenadi ein enges persönliches Verhältnis zum Buddha und waren die Schirmherren des Bhikkhu-Sangha. In der Geschichte Thailands wurde der klösterliche Sangha traditionell von allen Königen beschützt.

Es gibt mindestens zwei Gründe, die für diese Schirmherrschaft sprechen. Erstens ist das Volk dem Staat unterworfen. Sein Schicksal, sein Leiden und Glück hängen in großem Maße von den Bedingungen, die ihm der Staat bietet und von den Gesetzen des Königs oder Herrschers ab. Verhandelt eine Organisation mit dem Volk als Ganzem oder setzt sich zu dessen Nutzen ein, kann der Kontakt mit dem Staat oder dem Herrscher nicht vermieden werden. Aufgrund dessen sollte das gute Verhältnis zum Staat möglichst beibehalten werden, so daß es für den Sangha nicht schwierig wird, sich für den Wohlstand der Bevölkerung einzusetzen.

Zweitens ist das Ziel einer guten Regierung dem der Sangha ähnlich. Beide wollen erreichen, daß es der Bevölkerung gut geht und die Menschen glücklich sind. Wenn ein guter Herrscher bzw. eine gute Regierung an der Macht ist, wird die Zusammenarbeit zwischen dem Sangha und dem Herrscher bzw. der Regierung zur Erreichung dieses Ziels wesentlich effektiver. Die Regierung oder der Herrscher kann sogar als Mittler dienen, durch den der klösterliche Sangha seine Aufgabe zum Nutzen der Bevölkerung ausüben kann. Zumindest kann eine gute Regierung bzw. ein guter Herrscher für Bedingungen und Umstände sorgen, die für die Praxis des Dhamma günstig sind.

Dementsprechend hat der klösterliche Sangha zwei Pflichten gegenüber dem Staat oder dem Herrscher. Erstens sollte er ihm beratend zur Seite stehen, um ihn zu einem guten Herrscher zu machen oder um für eine gute Regierung zu sorgen. Zweitens sollte er so rechtschaffen handeln, daß eine gute Kooperation mit dem Herrscher oder der Regierung zum Nutzen des Volkes zustande kommt, oder zumindest so, daß dem Sangha der Weg offen steht, dieses Ziel zu erreichen. Im großen und ganzen kommt es darauf an, daß der weltliche Teil der Arbeit zum Wohl des Volkes von demjenigen übernommen wird, der dafür verantwortlich ist, also, vom Herrscher oder der Regierung. Ist dies nicht der Fall, wird es auch zu einer Pflicht des klösterlichen Sangha, dafür zu sorgen, daß er dies auch tut, das heißt also, zu versuchen, ihn dazu zu veranlassen, ein guter Herrscher zu sein. Der tatsächliche klösterliche Teil der Arbeit, der vom Sangha zu leisten ist, bezieht sich darauf, sich um das sublimere, geistige Leben der Bevölkerung zu kümmern.

Obwohl der klösterliche Sangha neue Aufgaben übernommen hat, gleich ob diese unter den verschiedenen Umständen von Zeit und Raum von zentraler oder peripherer Bedeutung bzw. ob sie temporär oder dauerhaft sind, ihr eigentliches und fundamentales Ziel bleibt immer das selbe, nämlich für den Fortbestand des edlen Sangha der Schüler zu sorgen. Es kann sein, daß der klösterliche Sangha in der Zukunft aufgrund der Faktoren von Raum und Zeit einige der derzeit gültigen Regeln ändern und neue einführen muß. Solange er sich jedoch auf sein eigentliches Ziel konzentriert, wird der Geist des Sangha gut bewahrt. Der Grund hierfür ist, daß der konventionelle Sangha der Mönche vom Buddha mit der Aufgabe betraut wurde, alle Menschen bei der Schaffung der idealen Weltgemeinschaft der edlen Schüler oder der wahrhaft zivilisierten Personen anzuleiten.

Hoffen wir, daß sich alle Mitglieder des Sangha der Mönche anstrengen und sich gegenseitig bei der Erreichung des Ziels unterstützen werden, immer mehr Mitglieder für den Edlen Sangha der Schüler zu gewinnen und daß der Sangha der Schüler zur Förderung von Freiheit, Frieden und Glück für die gesamte Menschheit immer stärker wird.


Übersetzung von Elke Sing





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