8. INEB-Konferenz 1997 in Thailand


Teilnehmer der INEB Konferenz 1997

Teilnehmer der INEB-Konferenz 1997 in Thailand


Vom 2. - 6. Juni 1997 trafen sich ca. 100 Buddhisten aus zwanzig Ländern zur 8. Internationalen Konferenz des International Network of Engaged Buddhists (INEB) in Thailand. Vertreter verschiedenster Organisationen wie die Buddhist Peace Fellowship aus den USA, Australien und Bangladesh, die Mahamandal Welfare Organization (MWO) aus Bangladesh, die Nuns and Lay Women Association und das Dhammayietra Center aus Kambodscha, die Indonesian Buddhist Student Fraternity, die buddhistischen Erziehungsprojekte Viswa Shanti and Milijuli aus Nepal, der Tibetische Jugend Kongreß u.a. fanden ihren Weg zur Konferenz. Sinn und Zweck des Treffens war wie in der Vergangenheit die Ermöglichung des Austausches von Informationen und Erfahrungen, die Vernetzung verschiedenster Aktivitäten, die Schaffung neuer Kontakte sowie die gegenseitige Stärkung in der jeweiligen Arbeit.

Internationale Gesprächsrunde Es wurde eine Vielzahl von Themen diskutiert, unter anderem die Situation der buddhistischen Frauen. Bei einer Podiumsdiskussion diskutierten eine Nonne aus Bhutan und Kambodscha mit den Frauenaktivistinnen Dr. Hema Goonatilake (Sri Lanka) und Shelley Anderson vom Internationalen Versöhnungsbund und der nepalesischen Lehrerin Hira Nani Shakya über die Schwierigkeiten, mit denen Frauen in buddhistischen Gesellschaften konfrontiert sind. Im Vorfeld der Konferenz trafen sich 15 buddhistische Nonnen aus sechs asiatischen Ländern zu einem ersten Austausch und besuchten anschließend verschiedene Nonnenprojekte in Thailand. Ein weiterer Themenkomplex war 'Buddhismus, Macht und aggressive Entwicklung'. Dieses Thema wurde gewählt, weil nahezu alle buddhistisch geprägten Gesellschaften von der immer aggressiver werdenden Globalisierung bedroht sind. Die Auswirkungen dieses Entwicklungsprozesses wurden von Vertretern aus Thailand, Bangladesch und Indien erläutert.

Greifbar wurde die Thematik für die Teilnehmer durch den Besuch des umstrittenen Yadana Gaspipeline Projektes in der Kanchanaburi Provinz. Um die Yadana-Gasfelder im Golf von Martaban zu erschließen, bauen internationale Ölkonzerne eine Gaspipline von Burma nach Thailand. Umstritten ist dieses Projekt, weil der Bau in Burma mit gravierenden Menschenrechtsverletzungen (wie Zwangsarbeit und -umsiedlung) verbunden ist. In Thailand wurde die betroffene Bevölkerung nur oberflächlich über das Projekt informiert. U.a. führt die Pipeline auch durch Primärregenwald. Verschiedene lokale Initiativen und Umweltorganisationen protestieren gegen die Pipeline. Die Konferenzteilnehmer beteiligten sich an der Protestaktion und nahmen, vom spirituellen Oberhaupt von INEB, Somdech Maha Ghosananda, angeführt, an einer Gehmeditation entlang der Pipeline teil.

Internationale Gesprächsrunde Um die gemeinsame Arbeit innerhalb von INEB effektiver zu gestalten, tauschten sich die Teilnehmer über ihre bisherige Erfahrungen mit dem Netzwerk aus. Wichtiger Teil der Konferenz waren auch die sogenannten Länderberichte, bei denen die Teilnehmer die Möglichkeit hatten, über ihre konkrete Arbeit zu berichten. Trotz einiger Schwächen (z.B. verhinderte die Vielzahl der Themen eine tiefere Auseinandersetzung) war die Konferenz für die Teilnehmer sehr inspirierend. Sie hat gezeigt, wie wichtig gegenseitiger Austausch gerade unter den Teilnehmern aus den asiatischen Ländern ist, und in dieser Hinsicht spielt INEB eine wichtige Rolle im engagierten Buddhismus.

Bericht: Martin H. Petrich, Executive Secretary



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[Mai 2004/ ]