Geld regiert die Welt
Buddhistische Alternativen zur heutigen Geldökonomie
Wochenendseminar mit der
AG Buddhismus und Ökonomie
Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck
und Prof. Dr. Margrit Kennedy
25. bis 27.11. 2005 Lebensgarten Steyerberg
Geld und Besitz als Ursachen von Leid
Geld gehört zu den letzten großen Tabus. Das ist erstaunlich, denn im alltäglichen Leben fast aller Menschen in der industrialisierten Welt nehmen Gelderwerb und -verwendung einen beträchtlichen Raum ein. Geld beherrscht ebenso unser individuelles Dasein wie die Gestaltung der Gemeinschaft. Geldmangel verursacht viele Leiden, wie Reichtum große Ängste erzeugt. Ökonomisches Denken und Sich-rechnen dominiert immer mehr unsere gesamte Gesellschaft. In der Wirtschaft wird rigoros alles gestrichen oder abgelehnt, was Mehrausgaben in Produktion und Vertrieb bewirkt. Der Staat und die Kommunen leiden in der Folge unter chronischem Geldmangel, was zum fortschreitenden Abbau des Sozialstaats führt. Immer mehr private Haushalte sind hoch verschuldet, immer weniger Menschen finden noch sicheres und ausreichendes Geldeinkommen. Zukunftsangst greift um sich.
Als Praktizierende des Buddha-Dharma beschäftigen wir uns mit dem Leid und den Ursachen von Leid. Die Betrachtung unseres Umgangs mit Geld und Besitz kann darum ein wichtiger Teil unserer Praxis sein. Schon der Buddha beschäftigte sich gründlich mit dem Thema. Zu den Regeln für die Mönche und Nonnen gehört es, kein Geld zu besitzen. Auch in den abrahamitischen Religionen werden die Themen Geld und Besitz problematisiert. Im Christentum, im Islam und im Judentum haben sich Wirtschaftslehren entwickelt, die ethische Standards, Richtlinien oder Gesetze für den Umgang mit Geld und Besitz aufstellen. Im Buddhismus existieren keine expliziten ökonomischen Lehren und Gesetze. Es gibt auch keine Institution, die solche erlassen und ihre Einhaltung kontrollieren könnte. Umso mehr ist es in unsere Weisheit und Selbstverantwortung gestellt, aktuelle buddhistische Antworten zu finden.
Gier, Hass und Verblendung sind eng mit Geld und Privatbesitz verbunden und werden durch unser Wirtschaftssystem strukturell verstärkt. Begehren und Konkurrenz sind hier wünschenswerte Eigenschaften. Sich auf Kosten anderer zu bereichern oder der Natur Schaden zuzufügen, wird als natürlich und unvermeidlich akzeptiert.
Wir möchten in unserem Seminar über die strukturellen Ursachen von Leid in unserer globalisierten Ökonomie nachdenken. Wir möchten über Möglichkeiten sprechen, wie wir durch eine alternative, achtsame Lebens- und Wirtschaftsweise dazu beitragen können, Leiden zu verringern. Wirtschaft ist hierbei nicht nur als globales, ungreifbares und unpersönliches Gebilde zu sehen, sondern als konkreter zwischenmenschlicher Austausch von Ressourcen im Hier und Jetzt. Wie können wir schon heute in unseren gemeinsamen wirtschaftlichen Beziehungen heilsame Grundlagen für uns selbst, für unsere Gemeinschaften und für alle lebenden Wesen schaffen?
Karl-Heinz Brodbeck
Margrit Kennedy
Freitag, den 25.11. 2005
bis 18.00 Uhr: AnreiseSamstag, 26.11.2005
6.30 Uhr: Meditation*Sonntag, den 27.11.2005
6.30 Uhr: Meditation*
8.00 Uhr: Frühstück
9.00 Uhr: Workshop: Abschluss, Perspektiven, Ergebnisse und Transfer
13.00 Uhr: Mittagessen
14.00 Uhr: Abreise
*gemeinsam mit Choka-Zendo, Lebensgarten Steyerberg