Die Freiheitsbewegung der Mönche und Nonnen in Myanmar/Burma


loving-kindness


"Transparentaufschrift: Die liebende Freundlichkeit wird alles besiegen"



Links zur Burma-Solidaritäts-Bewegung:

www.ashin.de - Homepage des burmesischen Mönchs Ashin Sopaka in Köln

www.asienhaus.de - Infos des "Asienhaus" Essen

www.asienhaus.de/public/archiv/Protest - Solidaritätsaktionen

www.avaaz.org/de/stand_with_burma/ - Weltweite Solidaritätsbewegung


Links der burmesischen Demokratie-Bewegung:

www.irrawaddy.org - Aktuelles von der burmesischen Demokratiebewegung

www.burmanet.org - Homepage der burmesischen Opposition

www.burmafreedomcampaign.org - Weitere Webseiten der Freiheitsbewegung





Videos über die Ereignisse in Burma aus dem Deutschen Fernsehen:


www.zdf.de/ZDFmediathek/content/281466?inPopup=true

www.zdf.de/ZDFmediathek/content/280218?inPopup=true

www.zdf.de/ZDFmediathek/content/278520?inPopup=true

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www.zdf.de/ZDFmediathek/content/279596?inPopup=true

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www.zdf.de/ZDFmediathek/content/278340?inPopup=true

www.zdf.de/ZDFmediathek/content/278260?inPopup=true

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Ein Video über das soziale Engagement der Mönche in Burma:

www.zdf.de/ZDFmediathek/content/279596?inPopup=true


Weitere Videos über die Bewegung aus dem Deutschen Fernsehen:

TV-Sendung über den in Köln lebenden burmesischen Exil-Mönch Ashin Sopaka


www.tagesschau.de/multimedia/video/video210886_bcId-ts268_ply-internal_res-ms256_vChoice-video210832.html

www.tagesschau.de/multimedia/video/video210518_bcId-ts250_ply-internal_res-ms256_vChoice-video210480.html

www.tagesschau.de/multimedia/video/video210052_bcId-tt32_ply-internal_res-ms256_vChoice-video210038.html


Und weitere Bilder:

www.zdf.de/ZDFmediathek/content/276968?inPopup=true

www.zdf.de/ZDFmediathek/content/281778?inPopup=true





Übernommen aus:

Deutsche Tagesschau, 26.09.2007

Militäreinsatz fordert offenbar Todesopfer

Das birmanische Regime geht jetzt mit Gewalt gegen die demonstrierenden Mönche vor. Die Sicherheitskräfte setzen Tränengas ein und prügeln los, ein Diplomat berichtet, dass Schüsse fallen. Mehrere Menschen sollen getötet worden sein. Die Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wurde ins Gefängnis gebracht.

In Birmas größter Stadt Rangun sind die Sicherheitskräfte erstmals seit Beginn der neuen Proteste gegen Demonstranten vorgegangen. Die birmanische Polizei schoss dabei nach Angaben eines französischen Diplomaten auf die Demonstranten, nachdem zunächst Warnschüsse in die Luft abgegeben worden seien. "Man kann sicher sein, dass Blut geflossen ist", sagte der Diplomat Emmanuel Mouriez dem französischen Radiosender RTL aus Rangun.

Der Rundfunksender Demokratische Stimme Birmas mit Sitz in Norwegen berichtete, ein Mönch sei in Rangun getötet worden. Die birmanische Exilzeitung "The Irrawaddy"mit Sitz in Thailand meldet im Internet, es seien mindestens zwei Mönche und eine Nonne in Rangun erschossen worden. Drei weitere Mönche seien nach noch unbestätigten Berichten bei einem gewaltsamen Einsatz der Sicherheitskräfte in einem anderen Teil der Stadt ums Leben gekommen.

Hunderte von Soldaten und Polizisten hinderten die Protestierer am Betreten der Shwedagon-Pagode, des religiösen Wahrzeichens des Landes. Die Sicherheitskräfte errichteten Barrikaden und gingen mit Schlagstöcken gegen jeden vor, der sich ihnen näherte, wie Augenzeugen berichteten. Mindestens 30 Mönche und 50 Zivilisten wurden demnach geschlagen, auf Lastwagen der Armee verfrachtet und an einen unbekannten Ort gebracht. Auch die Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi sei in ein Gefängnis gebracht worden, berichten asiatische Medien. Während der Übergriffe wurden nach Angaben von Augenzeugen Dutzende Menschen verletzt.

Trotz Schlagstock- und Tränengaseinsätzen wichen die Demonstranten nicht vor der Gewalt zurück. Mehrere tausend Mönche formierten sich erneut zu Märschen durch die Stadt. Weit mehr Menschen säumten die ebenfalls durch Polizeibarrikaden gesperrten Straßen in der Umgebung der Sule-Pagode, die in den vergangenen Tagen Zielpunkt der Protestmärsche gegen die Militärjunta und für Demokratie war. Mit Warnschüssen drängten die Sicherheitskräfte dort immer wieder die Menge zurück. Ein Sprecher der "Alliance of All Burma Buddhist Monks" sagte dem "Irrawaddy": "Wir haben bereits entschieden, unser Leben für das Volk aufs Spiel zu setzen."

Auch in der Hafenstadt Sittwe gingen rund 15.000 Menschen gegen die Militärregierung auf die Straße. Angeführt von Mönchen zogen die Demonstranten durch die 560 Kilometer westlich von Rangun gelegene Stadt, berichteten Augenzeugen. Polizisten säumten dabei die Straßen.

Der britische Premierminister Gordon Brown forderte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zur Situation in Birma. Die Militärmachthaber rief er zur Zurückhaltung auf und warnte sie: "Die Welt sieht jetzt zu." Er hoffe, dass der Sicherheitsrat "sofort, noch heute zusammenkommt", um darüber zu beraten, was getan werden kann, sagte Brown. Die Europäische Union drohte den Militärherrschern eine Verschärfung der Sanktionen an. Die Gemeinsschaft hatte 1996 erstmals Sanktionen gegen die Regierung in Birma verhängt, darunter ein Waffenembargo und Einreiseverbote gegen die Führungspersonen der Militärjunta.

Bundesaußenminister Steinmeier erklärte, die deutsche Regierung verfolge die Situation "mit großer Aufmerksamkeit". Die oberste Sorge gelte dem Wohl der friedlichen Demonstranten. Steinmeier rief die Militärregierung auf, vom Einsatz von Gewalt abzusehen. Friedliche Meinungsäußerungen dürften "nicht gewaltsam unterbunden werden". Zudem müsse Aung San Suu Kyi umgehend freigelassen werden.

Wie die BBC berichtete, wurden in der Nacht in Birma zwei prominente Regierungskritiker festgenommen. Dabei handele es sich um U Win Naing, einen 70 Jahre alten Veteranen der Demokratiebewegung, und den in Birma beliebten Schauspieler Zaganar, der als Zeichen der Solidarität am Wochenende ein Essen für die protestierenden Mönche arrangiert habe.

Auch am Dienstag waren trotz Warnungen der Militärjunta an die Demonstranten wieder rund 100.000 Menschen friedlich durch Rangun gezogen - rund ein Drittel von ihnen Mönche. Am Abend verhängte die Militärführung für die Dauer von 60 Tagen eine nächtliche Ausgangssperre für die Hauptstadt, die von neun Uhr abends bis fünf Uhr früh gilt. Auch für die zweitgrößte Stadt des Landes, Mandalay, gilt eine solche Regelung. Außerdem wurde ein Versammlungsverbot erlassen, wonach Ansammlungen von mehr als fünf Personen untersagt sind.





Deutsche Tagesschau, 24.09.2007

Massenproteste in Rangun

Myanmar: Militärregime droht Mönchen Junta will Proteste nicht tolerieren - 100.000 Menschen auf der Straße

Die Militärjunta in Myanmar (ehemals Birma) hat damit gedroht, den friedlichen Protest der Mönche niederzuschlagen. Am Montag zogen etwa 100.000 Demonstranten durch Rangun. Erstmals schlossen sich auch Studenten und Künstler an.

Laut Berichten staatlicher Medien traf Religionsminister und Brigadegeneral Thura Myint Maung mit religiösen Führern zusammen, um die Warnung zu überbringen. Sollten die Mönche sich gegensätzlich zu den Prinzipien der buddhistischen Lehre verhalten, werde im Rahmen der Gesetze eingegriffen, sagte der Minister demnach.

Die rebellierenden Mönche hatten sich zuvor über einen Rückzugsappell der staatlichen Religionsführer hinweggesetzt und in der größten Stadt Rangun protestiert. Stattdessen zogen zehntausende Menschen in verschiedenen Zügen barfuß zur Shwedagon-Pagode, dem größten nationalen Heiligtum in der Stadt.

Protestbewegung weitet sich aus

Zivilisten und Künstler schlossen sich dem Marsch an, teils mit Plakaten. Die Menschen bildeten spontan Menschenketten um die im Land hoch angesehenen Mönche, um sie vor etwaigen Angriffen zu schützen. Auch in anderen Städten in Birma gingen die Menschen auf die Straße, in der Stadt Mandalay demonstrierten 500 bis 600 Mönche. Die Menge forderte unter anderem einen Dialog zwischen Militärjunta und Opposition sowie Freiheit für politische Gefangene.

Die normalerweise mit harter Hand gegen Demonstranten vorgehende Junta beschränkte sich auf minimale Sicherheitsvorkehrungen. Allerdings sahen Augenzeugen, wie einzelne Demonstranten offenbar von Beamten in Zivil eingeschüchtert wurden. Einigen wurden Plakate entrissen. Das Regime hat bei früheren Protesten Schlägertrupps auf Protestierende gehetzt. Analysten und Diplomaten führten die unerwartete Zurückhaltung auf den Druck Chinas zurück, des wichtigsten Verbündeten.

China besorgt um Image

China will vor den Olympischen Spielen im kommenden Jahr Konfrontationen vermeiden. "Jeder weiß, dass China der größte Unterstützer der Junta ist", sagte ein Diplomat. "Wenn die Militärregierung nun irgendwas unternimmt, wird das auch das Image von China beschädigen." China zählt auf die großen Öl- und Gasvorkommen Myanmars zur Versorgung seiner boomenden Wirtschaft. In diesem Jahr blockierte Peking eine Sicherheitsratsresolution, in der die Menschenrechtslage in Myanmar kritisiert werden sollte. Zugleich übte Peking in stiller Diplomatie Druck auf die Junta aus, einen Dialog für demokratische Reformen aufzunehmen.

Myanmar und angrenzende Staaten

Augenzeugen berichteten, mindestens 10.000 Mönche und Bürger seien vor das Haus der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi gezogen. Wir marschieren für das Volk", rief ein Mönch über ein Megaphon, der die Bevölkerung zugleich aufforderte, sich friedlich zu verhalten und keine politischen Stellungnahmen zu äußern. Vielmehr sollten die Menschen in Gebeten Frieden und liebevolle Freundlichkeit beschwören, verlangte der Geistliche.

"Bis die Diktatur vertrieben ist"

Der staatliche Religionsrat hatte am Montag vergeblich versucht, den Aufstand der Mönche zu stoppen. Er rief die Leitungen der Klöster in Rangun auf, alle Mönche aus umliegenden Klöstern nach Hause zu schicken. Zum Ende der Regenzeit im Oktober sind traditionell viele Mönche zu religiösen Studien in der Stadt. Der Rat ist ein staatlich eingerichtetes Führungsgremium für Mönche. Wie viele der rund 400.000 Mönche im Land die Autorität anerkennen, ist unklar.

Eine Untergrundbewegung, die sich als "Allianz aller buddhistischen Mönche Birmas" bezeichnet, hatte am Freitag geschworen, zu marschieren, "bis die Militärdiktatur aus diesem Land vertrieben ist." Am Samstag waren rund 2000 Mönche von den Sicherheitskräften bis zu der unter Hausarrest stehenden Friedensnobelpreisträgerin vorgelassen worden. Das Treffen mit der seit 17 Jahren fast ununterbrochen eingesperrten Politikerin ermutigte die Protestbewegung. Am Sonntag marschierten daraufhin 20.000 Mönche, Nonnen und einfache Bürger durch Rangun, um gegen die Militärs zu protestieren.





Beiträge zum Thema in SPIEGEL ONLINE:

BURMA: Militärs legen Sperrzonen um fünf Klöster

Soldaten schießen auf Demonstranten - mehrere Menschen sterben (27.09.2007)

Junta ruft protestierende Mönche zur Ordnung (24.09.2007)

Mönchsmärsche: USA drängen auf Reformen in Myanmar (24.09.2007)

Mönche marschieren für Demokratie (23.09.2007)

Aufstand der Mönche lehrt Militär das Fürchten (23.09.2007)

Mönchsmärsche in Myanmar: Barfuß gegen Junta (22.09.2007)

SPIEGEL- Länderlexikon:Informationen zu Myanmar



Übernommen von: SPIEGEL ONLINE, 24.09.2007

URL: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,507548,00.html


Protest gegen Militärjunta entwickelt sich zum Volksaufstand

Nie zuvor in der fast 20-jährigen Zeit der Militärdiktatur waren die Proteste in Myanmar so massiv: 130.000 Demonstranten gingen allein in Rangun, der größten Stadt des Landes auf die Straße. Immer mehr einfache Bürger schließen sich den rebellierenden Mönchen an.

Rangun - Es werden immer mehr, die gegen die Miltärs in Myanmar auf die Straße gehen. Allein in Rangun, der größten Stadt des Landes, sind Augenzeugen zufolge 130.000 Menschen auf der Straße. Aber auch in Städten wie Mandalay, Pakokku und Sittwe sind Augenzeugen zufolge Tausende auf der Straße.

Protest in Rangun: "Wir marschieren für das Volk"

Die Mönche, die an der Spitze der größten Protestbewegung seit fast zwei Jahrzehnten stehen, riefen die Demonstranten auf, sich friedlich zu verhalten und keine politischen Stellungnahmen abzugeben. Allein mit ihrer Zahl und ihrer Marschroute in Rangun geben die Massen jedoch ein politisches Signal.

In zwei Demonstrationszügen mit 100.000 beziehungsweise 30.000 Teilnehmern zogen sie durch die Stadt. Ausgangspunkt war wie schon an den Vortagen die berühmte Shwedagon-Pagode, wo die Mönche Gebete rezitierten. "Wir marschieren für das Volk", rief ein Mönch über ein Megaphon. Auf einem Spruchband war zu lesen: "Dies ist eine friedliche Massenbewegung."

Die Protestierenden zogen am Sitz der Oppositionspartei NDL von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi vorbei, die die Wahlen 1990 deutlich gewonnen hatte, was die Generäle jedoch nicht anerkannten. Parteimitglieder begrüßten die Mönche ehrfürchtig und schlossen sich der Kundgebung an. Einen erneuten Besuch am Haus der unter Arrest stehenden Oppositionsführerin verhinderten die Sicherheitskräfte. Am Samstag waren rund 2000 Mönche und Unterstützer zu Aung San Suu Kyi vorgelassen worden. Das Treffen mit der seit 18 Jahren fast ununterbrochen eingesperrten Politikerin ermutigte die Protestbewegung.

Der staatliche Religionsrat versuchte heute vergeblich, den Aufstand der Mönche zu stoppen. Er rief die Leitungen der Klöster in Rangun auf, alle Mönche aus umliegenden Klöstern nach Hause zu schicken. Zum Ende der Regenzeit im Oktober sind traditionell viele Mönche zu religiösen Studien in der Stadt.

Am zum Verteidigungsministerium gehörenden "Kriegsbüro", einem weiteren Ziel des Demonstrationszuges, beobachteten Soldaten die Mönche und Bürger vom Gelände aus, griffen aber nicht ein. Normalerweise duldet die Junta keinen öffentlichen Protest: Die Demokratiebewegung von 1988 schlug sie gewaltsam nieder. Die Demonstranten zogen heute auch am Campus der an diesem Tag geschlossenen Universität vorbei, an der die Proteste damals ihren Ausgang genommen hatten. Der Zug war zu dem Zeitpunkt Schätzungen zufolge einen Kilometer lang und blockierte den Verkehr auf einer der Hauptdurchgangsstraßen Ranguns.

Die Bundesregierung bekundete ihre Sympathie für die "friedlich agierenden Demonstranten". Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Jäger, sagte heute in Berlin, wenn die birmanische Regierung es mit den angekündigten Reformschritten ernst meine, dürfe sie diese "Meinungsäußerungen" nicht unterbinden. Deutschland fordere die Machthaber - im Einklang mit der portugiesischen EU-Ratspräsidentschaft - zur Freilassung der bei den Protesten Inhaftierten auf.

Die birmanische Menschenrechtsbewegung "Hilfsverein für politische Gefangene" teilte in der thailändischen Hauptstadt Bangkok mit, seit Beginn der Proteste Mitte August seien 218 Menschen von den Militärs inhaftiert worden. Oppositionelle würden "geschlagen und extremer körperlicher und seelischer Folter ausgesetzt", sagte der Chef der in Thailand ansässigen Gruppe, Bo Kyi.

Der britische Botschafter in Rangun, Mark Canning, hielt eine "scharfe Reaktion" der Machthaber in dem südostasiatischen Land für wahrscheinlich. "Sie könnten sich zurückziehen, aber das erscheint immer unwahrscheinlicher", sagte Canning. Der Birma-Berater der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, David Mathieson, sagte, die zunehmende Teilnahme von Bürgern an den Protesten stelle eine "bedeutende Eskalation" dar. Auch wenn die Behörden die Bewegung bislang nicht gewaltsam niedergeschlagen hätten, sei die Spannung "unglaublich hoch".

hen/AFP/dpa




Buddhanetz
[Stand: September 2007]