Hundertacht Dinge, die ihr tun könnt, um der Umwelt zu helfen
Entstanden
während
der ersten
Umweltschutz-Konferenz
für Kagyu-Klöster und –Zentren
21.-25. März, Vajra Vidya Institute,
Sarnath, Indien
Macht Wunschgebete. Wir machen Wunschgebete für alle fühlenden Wesen. Diese
sollten auch die Erde einschließen, die uns trägt und uns das Leben gibt. Wir
können für eine harmonischere Welt beten, in der Menschen bemerken, wie ihre
Handlungen der Erde schaden und daraufhin ihr Verhalten ändern.
Lest, diskutiert und entwickelt ein Verständnis für
Umweltprobleme und dafür wie sie euch und eure Gemeinschaft beeinflussen.
Werdet Vegetarier. Ihr werdet so nicht nur Mitgefühl für
alle fühlende Wesen praktizieren, sondern ihr werdet auch weniger Rohstoffe
verbrauchen. Man benötigt rund 100.000 Liter Wasser, um 1 Kilogramm Rindfleisch
zu produzieren, aber nur 750 Liter Wasser für die Produktion von 1 Kilogramm
Weizen.
Lebt einfach. Praktiziert euer Vinaya-Gelübte
und lebt so einfach wie möglich, ohne unnötige Besitztümer.
Klärt die Menschen
über Umweltwerte auf.
Lehrt, wann immer es möglich ist, Geschichten und buddhistische Traditionen,
die Harmonie zwischen Natur und Mensch veranschaulichen.
Verschmutzt eure Umwelt nicht. Sammelt euren eigenen Müll und
entsorgt ihn ordnungsgemäß.
Benutzt weniger Papier. Eine Menge Bäume werden einfach nur gefällt, um
daraus Papier zu machen. Sogar das Treffen einer kleinen Entscheidung, wie das
beidseitige Bedrucken eines Blattes Papier, macht einen großen Unterschied.
Benutzt weniger Plastik. Wir benutzen Plastiktaschen
für einige wenige Stunden, manchmal nur für ein paar Minuten. Es dauert jedoch
mehr als 500 Jahre bis Plastik auf der Mülldeponie vollständig abgebaut ist.
Trefft eine gesunde Auswahl wenn ihr Opfer darbringt. Kauft lieber Früchte anstelle von
Süßigkeiten oder Topfpflanzen anstelle von Schnittblumen.
Legt den Schalter um. Wenn ihr ein Licht oder ein
elektronisches Gerät seht, das eingeschaltet, aber von niemandem benutzt wird,
so schaltet es aus.
Aktivitäten
die euer Kloster oder Nonnenkloster innerhalb eurer Gemeinde leiten kann...
Wenn ein neuer Mönch oder eine neue Nonne dem Kloster oder
dem Nonnenkloster beitritt, lasst sie, als Bestandteil ihrer Verpflichtung der
Welt zu dienen, ein Bäumchen pflanzen. Ihre Verpflichtung sollte dahingehend erweitert werden, als
dass sie so lange für das Bäumchen sorgen, bis es zu einem Baum geworden ist.
Klöster, die Holz als Baumaterial benötigen, sollten mindestens das Doppelte der
Anzahl an benötigten Bäumen pflanzen.
Ermuntert diejenigen, die Gebetsfahnen
aufhängen (solche wie Gyathar), dazu, die Gebetsfahnen aneinander zu knoten
anstatt pro Fahne je einen Bambusstab zu benutzen.
Bestimmt einen heiligen Ort auf dem Grundstück des Klosters,
der euch der Natur näher bringen kann. Platziert Gebetsfahnen um eine Quelle, einen Baumhain oder
ein großes Wildnisgebiet mit einem schönen Ausblick herum und ermuntert die
klösterliche Gemeinschaft dazu, es als Meditationsplatz zu nutzen.
Pflanzt Bäume in Gebieten, die stark gerodet wurden. Führt die Praxis des Baumpflanzens
in Gebieten ein, in denen es viele Erdrutsche gibt und dort speziell über dem
Bereich der Bodenverschiebung.
Arbeitet mit den
lokalen Forstbetrieben oder einer Umweltorganisation zusammen, um die richtige
Art von Bäumen auszuwählen. Wählt verschiedene
Baumarten, die in der Gegend heimisch sind. Das bedeutet, dass die Bäume mit
höherer Wahrscheinlichkeit überleben werden.
Nachdem ihr den Ort ausgewählt habt, pflanzt die jungen
Bäume vermischt zwischen halbausgewachsenen und ausgewachsenen Bäumen. Dies schafft einen natürlicheren
Lebensraum und ermutigt die wildlebenden Tierarten dazu, dort umherzustreifen.
Schützt das Gebiet vor Nutztieren und minimiert die
Gewinnung aus natürlichen Ressourcen (Tierfutter, Dachstroh, Medizin, etc.) für
ein paar Jahre.
Beobachtet das aufgeforstete Gebiet auf lange Sicht und
experimentiert mit Kombinationen aus verschiedenen jungen Bäumen. Es reicht
nicht aus, ein Bäumchen nur einzupflanzen; ihr müsst für es sorgen während es
zu einem Baum heranwächst.
Nutzt heilige Anlässe um Umweltaktivitäten wie das
Baumpflanzen auszuführen. Weil Klöster dies öfter tun, wird der Allgemeinheit
die Verbindung zwischen Buddhismus und Umweltschutz deutlicher.
Regt eine gemeinschaftliche Verwaltung der Wälder an.
Wenn es in der Nähe degenerierte Ländereien
gibt, die im Gemeindebesitz sind, arbeitet mit ansässigen Gemeinden und
Umwelt-NGOs zusammen, um eine nachhaltige gemeinschaftliche Forstwirtschaft zu
etablieren, die für jedermann von Nutzen ist.
Sprecht euch gegen illegales Abholzen und illegalen
Holzhandel aus.
Wälder gehören der gesamten Gemeinschaft und nicht den Leuten, die sie
abholzen.
Benutzt recyceltes
Papier, wann immer es möglich ist. Pechas und andere Bücher,
die in den Klöstern regelmäßig benutzt werden, können auf recyceltes Papier gedruckt werden.
Nutzt Biogas als eine Alternative zum Feuerholz. In
Gegenden, wo die Menschen noch vom Holz als primäre Brennstoffquelle abhängig
sind, sollten sie Biogas als eine Alternative in Betracht ziehen. Einfache
Biogasanlagen können auch bei dem Problem der Entsorgung von menschlichen und
tierischen Abfallprodukten helfen.
Lernt etwas über die Tierwelt, die es in eurer Gegend gibt. Schließt
diese Tiere in eure Wunschgebete und Belehrungen ein.
Lehrt örtlichen Gemeinschaften,
alles Leben zu ehren.
Wenn ihr in einem dicht bewaldeten Gebiet seid, so schützt
die wilden Tiere, die dort leben.
Wenn ihr von Leuten gehört habt, die in den euch umgebenden
Gemeinden, jagen oder am illegalen Handel mit Wildtieren beteiligt sind, so
weist sie an, keine bedrohten Arten zu töten. Einige Tierarten stehen kurz davor, durch
die Handlungen der Menschen vom Angesicht der Erde zu verschwinden. Es ist unsere Pflicht, dies
zu verhindern.
Erwerbt keinen Pelz, kein Elfenbein oder andere Produkte von
bedrohten Tieren. Durch das Kaufen dieser Produkte beteiligt ihr euch
persönlich an der Ausrottung einer ganzen Tierart.
Wenn ihr örtliche Gemeinden dahingehend beeinflussen könnt,
dass sie es aufgeben, Felle von Tigern, Leoparden und anderen Wildkatzen zu
tragen, dann tut dies. Weniger als 1.500 Tiger sind in
Indien jetzt noch übrig. Es könnten bald keine mehr da sein.
Denkt zweimal nach, bevor ihr traditionelle Medizin zu euch
nehmt.
Obwohl wir Vegetarier sind, konsumieren wir oft
Fleischprodukte, während wir traditionelle Medizin anwenden. Schlimmer noch,
viele dieser Präparate werden aus
Produkten von bedrohten Tierarten hergestellt. Sucht nach Alternativen, bevor ihr eine Medizin wie diese anwendet.
Kauft keine Korallen. Eine Koralle ist ein lebender
Organismus, der in den Ozeanen der Welt zu finden ist; sie stellt ein Heim für
andere lebende Dinge wie Fische und Krabben dar. Durch die globale Erwärmung
stehen die Korallenarten bereits einer großen Bedrohung gegenüber und wenn sie
verschwinden, wird die biologische Vielfalt der Ozeane verloren sein.
Werft Abfall nicht in Flüsse! Denkt
daran, dass der Fluss noch Tausende von Meilen weiter führt und er
möglicherweise die einzige Trinkwasserquelle für Millionen von Menschen ist.
Bestimmt eine Grenze um Gebiete nahe einer Trinkwasserquelle
und haltet den Bereich frei von Abfallprodukten.
Haltet Vieh und andere Nutztiere von der eigentlichen
Trinkwasserquelle fern. Die Exkremente sind häufig die Ursache für
Bakterien, die, übertragen durch das Wasser,
zu Krankheiten führen (E.coli,
Giardien, Cholera).
36.
Begrünt die Ufer der Flüsse und Seen, um sie zu schützen und
die Qualität des Wassers zu verbessern. Seen und Flüsse, die
mit grünen Algen bedeckt sind, leiden für gewöhnlich unter einem Überschuss an
Nitraten, welche in Düngern und Pestiziden zu finden sind. Schützt sie durch
das Pflanzen von Flussgras und anderen Gewächsen, die in der Gegend heimisch
sind.
37.
Wenn klösterlicher Grund für die Landwirtschaft genutzt wird, dann fördert
die ökologische Landwirtschaft, indem ihr nur wenig Pestizide und Dünger
benutzt. Setzt euch stattdessen für das Nutzen von Dung und Kompostprodukten ein. Die meisten
Pestizide und Dünger werden in die nahe gelegenen Wassergebiete geschwemmt wenn
es regnet.
38.
Schützt nahegelegene
Feuchtgebiete vor agrarwirtschaftlicher Ausdehnung.
Mehr als die Hälfte der
Feuchtgebiete der Welt sind bereits verloren. Ein Weg, um festzustellen ob
Feuchtgebiete gesund sind, ist es, zu zählen, wie viele verschiedene Vogelarten
dort existieren.
39.
Stellt Feuchtgebiete wieder her. Feuchtgebiete sind natürliche
Filtersysteme für verschmutztes Wasser; sie reinigen kontaminiertes Wasser auf natürliche Weise. Wenn es in den
umliegenden Gebieten für gewöhnlich Sümpfe gab, dann ermöglicht eine Wasserumleitung
und pflanzt hiesige Arten der in Feuchtgebieten heimischen Spezies.
40.
Wenn eine Verbindungsstraße gebaut wird, so führt sie nicht über einen
Fluss. Der größte Teil des Sedimentes wird im Wasser landen und es für das
Überleben einiger Fischarten zu sehr trüben.
Erhaltet Trinkwasser in eurem Kloster:
41.
Dreht den Wasserhahn zu, während ihr euch die Zähne putzt. Ihr werdet jeden Tag bis zu 10
Liter Wasser sparen.
42.
Füllt eine Wasserflasche auf und schüttet sie in euren Toilettenspülkasten. Dies
spart automatisch Wasser wenn die Toilette gespült wird.
43.
Repariert tropfende Wasserhähne und defekte oder undichte Rohre.
44.
Einen Eimer zum Waschen zu benutzen, anstatt zu Duschen, wird eine Menge
Wasser sparen. Nutzt gleichermaßen einen Eimer anstelle eines
laufenden Wasserhahns, um Kleidung zu waschen.
45.
Verwendet eher Wasserfilter als Wasser aus der Flasche. Anstatt bei Versammlungen
Plastikflaschen zu benutzen, verwendet Krüge mit gefiltertem Wasser.
46.
Installiert einen solarbetriebenen Wasserfilter, um Wasser kontinuierlich
bereitzustellen.
47.
Füllt den Kessel nur mit der Menge Wasser, die ihr benötigt. Hierdurch
wird auch weniger Energie verbraucht.
48.
Sammelt das Regenwasser in trockenen Gegenden. Fangt
etwas von dem Regen, der auf euer Dach fällt, auf, indem ihr ein Regenfallrohr
mit einer Regentonne verbindet. Dieses Wasser kann für den Garten genutzt
werden.
Bei richtiger Auslegung und Filterung kann Wasser
aus Regenwassertanks auch als Trinkwasser genutzt werden.
49.
Bewässert Gärten in trockenen Gegenden am frühen Morgen oder am späten
Abend. Dies macht es möglich, dass der Großteil des Wassers von der Erde
absorbiert wird, anstatt in der Mittagshitze zu verdunsten.
50.
Benutzt das Wasser wieder, welches an allen Altären des Klosters geopfert
wird. Klöster können viel Wasser sparen, indem sie das Wasser der Opferschalen
zum Bewässern der Gärten und Pflanzen nutzen.
Macht euch die Philosophie der „Grünen Planung“1
zu Nutze:
1 Green Design –
Entwurfsphilosophie, die sich auf ökonomische Weise ökologischer Gegebenheiten
bedient. (Anm. d. Übers.)
51.
Richtet in kalten Klimazonen neue Gebäude nach Süden aus, so dass die von der Klostergemeinschaft
über den Abend hinweg am häufigsten genutzten Räume während des Winters am
meisten Licht und Wärme abbekommen. Setzt große Fenster, um Licht- und Wärmeeinfall
zu maximieren.
52.
Nutzt in heißen Klimazonen Abschattung, um Gebäude zu kühlen. Pflanzt Bäume auf der Südseite
des Klosters, um mehr Schatten zu bieten.
53.
Nutzt in heißen Klimazonen Kletterpflanzen (wie
etwa Bougainvilleas) auf der heißesten Seite von Gebäuden; mit Gittern/Rahmen
und mindestens 15 Zentimetern Abstand von der Wand. Dies wird eine Schicht
kalter Luft zwischen dem Sonnenlicht und der Wand schaffen.
54.
Pflanzt
ein “grünes Dach”. Legt Wellbleche über den Zement, so dass der
Erdboden nicht direkt darauf liegt. Wenn sie schräg platziert werden, kann das
Regenwasser in die Dachentwässerung laufen. Auf diesen Blechen könnt ihr einen
Garten pflanzen. Ein grünes Dach wird das Gebäude kühlen, da die Pflanzen die
Strahlen der Sonne absorbieren.
55.
Es
macht einen großen Unterschied, auf Dächern helle Farben zu verwenden. Ein
dunkles Dach kann in der Sonne um 40 Grad Celsius heißer werden als eines mit
silberner oder weißer Oberfläche.
56.
Legt
Klassen- und Arbeitsräume so an, dass diese nach Osten gerichtet sind, um
vom frühen Morgenlicht zu profitieren.
57.
Gestaltet
den Bereich um neue Gebäude herum landschaftsgärtnerisch. Pflanzt
Laubbäume (Bäume die im Sommer Blätter haben und im Winter keine) auf der
Südseite, um im Sommer Schatten und im Winter Sonne zu haben.
58.
Maximiert
die Nutzung natürlichen Lichtes. Streicht
Wände in hellen Farben, um Räume aufzuhellen. Lasst Fenstervorhänge den Tag
über geöffnet, um Sonnenlicht und Luft hereinzulassen.
59.
Pflanzt
Bäume oder Hecken um Klöster herum oder zwischen sie und die Straße. Die
Pflanzen werden einen Großteil des Dunstes von der Straße auffangen, bevor
dieser das Gebäude erreicht.
60.
Säumt
die Straßen, die zu Klöstern führen, mit Bäumen, um die Atmosphäre zu reinigen und Ruhe in
der umliegenden Umwelt zu schaffen.
61.
Legt euren eigenen Gemüsegarten an. Von
einem Standpunkt aus betrachtet, der beide Aspekte beinhaltet, den der
Gesundheit und den der Umwelt, ist es wichtig, mehr grünes Blattgemüse zu
essen. Das Gemüse selbst anzubauen wird
auch jungen Mönchen und Nonnen dabei helfen, die wechselseitige Abhängigkeit
zwischen uns und der Natur zu erkennen.
62.
Pflanzt Obstbäume. Dies wird euch und der Umwelt viele Vorteile
bringen. Pflanzt Obstsorten, die natürlich in der Gegend vorkommen und
bereits von euren Vorfahren angebaut wurden.
Spart Energie und werdet CO2-neutral
CO2-neutral im Sinne von
emissionsfrei (Anm. d. Übers)
63.
Pflanzt selbst einen Baum. Ein einzelner Baum kann in seiner Lebensspanne mehr
als eine Tonne Kohlendioxid aufnehmen und produziert genug Sauerstoff für eine
vierköpfige Familie.
64.
Pflanzt Bambusbäume. Bambus speichert mehr Kohlendioxid und erzeugt mehr
Sauerstoff als andere Baumarten.
65.
Fahrgemeinschaften! Wenn sich mehrere Leute zu einem nahe gelegenen
Ziel begeben, dann teilt euch ein Fahrzeug, anstatt mehrere Fahrzeuge zu
nehmen.
66.
Nutzt energetisch effiziente Beleuchtung. Nutzt
energiesparende Kompaktleuchtstofflampen. Wie könnt ihr feststellen ob eine
Glühbirne ineffizient ist? Wenn ihr Hitze spürt, nachdem ihr eure Hand in der Nähe
der Glühbirne positioniert habt, so steckt der Großteil der Energie die sie
produziert, eher in der Wärme als im Licht.
67.
Nutzt die Beleuchtung in den Hauptschreinräumen
effizient. Üblicherweise sind während
Belehrungen alle Lichter an, obwohl es oft unnötig ist, wenn der zentrale
Bereich gut beleuchtet wird.
68.
Platziert Boden- und Deckenlampen in den Ecken
des Raumes. Diese werden dort mehr
Licht reflektieren, als zentral oder an einer Wand entlang positioniert.
69.
Benutzt, wenn diese zur Verfügung stehen,
Mehrfachsteckleisten (mit mehreren Steckdosen) anstatt Elektrogeräte in mehrere
Steckdosen zu stecken. Das Benutzen einer anstelle
von mehreren Steckdosen wird eine Menge Energie sparen.
70.
Benutzt wiederaufladbare Batterien. Da Batterien giftige Substanzen enthalten, ist es
aus einer gesundheitlichen und umweltgemäßen Perspektive betrachtet besser,
wiederaufladbare Batterien zu verwenden.
71.
Schaltet euren Computer über Nacht aus. Es braucht viel mehr Energie, euren Computer laufen
zu lassen, als ihn anzuschalten.
72.
Nehmt Ladegeräte und andere elektronische Geräte
vom Netz, wenn sie nicht genutzt werden. Ein
Ladegerät verbraucht fortwährend Energie, auch wenn es nicht mit einem
elektronischen Gerät verbunden ist.
73.
Gebt euer altes Telefon an jemand anderen weiter
oder recycelt es. Mobiltelefone enthalten
giftige Substanzen. Es ist besser, jemanden zu finden, der diese
wiederverwendet, anstatt sie zu recyceln oder gar wegzuwerfen.
74.
Zieht beim Kauf eines Computers für das Kloster
einen Laptop in Erwägung. Ein Laptop verbraucht
90 Prozent weniger Energie als ein Desktop-Computer.
75.
Legt in dunklen Räumen des obersten Stockwerks
oder in Schreinräumen sun pipes an. Sun pipes sind wie eingefasste Kamine, mit
reflektierender Innenauskleidung, die Licht von draußen in schwach beleuchtete
Bereiche eines Gebäudes leiten.
76.
Nutzt Solarenergie in Gegenden, in denen es durchgehend
reichlich Sonnenlicht gibt. Solarenergie
wird im gesamten tibetischen Plateau des Himalaya zum Erwärmen von Wasser, zum
Erzeugen von Licht und zum Produzieren von Wärme genutzt. Einfache Technologien
wie Solarwasserheizer und Solarkollektoren können leicht übernommen werden.
(Stellt sicher, dass Sonnenlicht ungehindert, reichlich und in einem weiten
Winkel einfällt.)
77.
Erkundet die Möglichkeit der Windenergie. Windenergie ist eine saubere Technologie, die
keine negativen Einflüsse auf die Umwelt hat. Der Wind treibt Rotoren oder
Blätter an, welche dann durch eine kleine Turbine Energie erzeugen. Ihr könnt
diese Art der Energie zum Pumpen von Wasser, zum Mahlen von Mehl oder zum
Produzieren von Strom nutzen. (Windenergie benötigt eine Windgeschwindigkeit
von mindestens 5 Meter pro Sekunde. Das System sollte auf dem Gipfel eines
Berges oder auf einer Lichtung platziert werden, auf der stets Windbewegungen
vorhanden sind.)
Passt euch dem
Klimawandel an:
78.
Lernt
mehr darüber, wie der Klimawandel eure Umwelt beeinflussen wird. Viele
Gebiete in den hohen Bergen des Himalaya sind durch das Überlaufen von
Gletscherseen gefährdet. Ihr müsst herausfinden ob eure Gemeinde von dieser
Bedrohung betroffen ist. Um dies zu bewerkstelligen, bedient euch der
ansässigen NGOs und Regierungsbehörden.
79.
Erlernt Strategien zum Krisenmanagement. Wenn
sich in einer Gemeinde Erdrutsche oder Blitzfluten ereignen, sollten Klöster
und Nonnenklöster die Diskussion darüber führen, wie man sich auf solche
Katastrophen vorbereitet. Die Strategien sollten Pläne zur Evakuierung und zur medizinischen Versorgung beinhalten.
80.
Werdet unabhängig. Im Falle von Naturkatastrophen ist das Nutzen von
Solar- und Windenergie, das Sammeln von Regenwasser zum Trinken und das
Einrichten von Systemen zur medizinischen Versorgung entscheidend. In
dieser Hinsicht unabhängig zu werden bedeutet, dass ihr dabei helfen könnt,
eure Gemeinden im Falle von klimatischen Veränderungen belastbar zu machen.
81.
Bereitet Einrichtungen zur notfallmedizinischen Versorgung vor.
Ihr solltet einen Plan
haben, wie notfallmedizinische Versorgung bereitgestellt werden kann. Da
Klöster und Nonnenklöster bereits einiges an medizinischer Versorgung anbieten,
könnt ihr dabei helfen, solche Aktivitäten zu koordinieren.
Reduzieren,
Wiederverwenden, Recyceln:
82.
Minimiert den Gebrauch von Kunstoffen. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen schätzt,
dass Menschen weltweit 16.000 Plastiktaschen pro Sekunde benutzen!
83.
Verwendet
bei großen öffentlichen Veranstaltungen natürliche Materialien, wie Tassen aus
Ton und Blätter als Teller.
84.
Verwendet
keine Becher oder Teller aus Plastik, Papier oder Styropor.
Sie brauchen Hunderte
von Jahren, um biologisch abgebaut zu werden.
85.
Führt
eine Einkaufstasche mit euch, anstatt euch darauf zu verlassen, dass ihr vom
Geschäft eine Plastik- oder Papiertüte bekommt.
86.
Recycle
seidene Khatas. Anstatt brandneue Khatas zu verkaufen, berechnet
den Anhängern der Rinpoches einen kleinen Geldbetrag, damit diese den Rinpoches
einen sauberen, recycelten Khata darbringen können. Da die
Seidenherstellung das Töten von Seidenwürmern einschließt, ist dies auch aus
einer Perspektive des Dharma betrachtet nützlich.
87.
Richtet
ein Kompostprojekt für die Klosterküche ein.
Stellt Behälter auf oder legt einen Bereich an, der mit altem Teppich oder
Plastikfolie abgedeckt ist, um Feuchtigkeit und Wärme zu erhalten. Gebt
zu gleichen Teilen grüne Substanzen wie Pflanzen und Gemüse und braune
Substanzen wie Papier und Zweige hinzu. Schichtet den Kompost alle paar Wochen
um, um eine richtige Kompostierung zu gewährleisten und die Methanbildung zu
verhindern. Kompost kann in den Klostergärten an Stelle von Dünger verwendet
und an hiesige Bauern verkauft werden.
88.
Sortiert
den Abfall! Der einfachste Weg dies
zu tun ist es, drei anstelle von einem Abfallbehälter aufzustellen und diese
für Papier, Kunststoffe und Metalle und Restmüll zu kennzeichnen. Auf diese
Weise haben die Leute eine Möglichkeit, das Material, welches sie wegwerfen, zu
erhalten, wieder zu verwenden
oder zu verkaufen.
89.
Schafft einen Komposthaufen und einen Bereich
für das Recycling in eurem Kloster oder Nonnenkloster. Weist
all die Mönche und Nonnen an, ihren persönlichen Abfall dorthin zu bringen.
90.
Lehrt im Kloster und in der größeren
Gemeinschaft grundlegende Richtlinien der Hygiene und des Abfallmanagements.
91.
Veranstaltet Gemeinde-Reinigungs-Tage und ladet Leute aus den
umliegenden Gegenden dazu ein, daran teilzunehmen. Ihr könnt solche Aktivitäten
während des Erdtages oder des Umwelttages durchführen.
92.
Falls
Klöster oder Nonnenklöster zusätzliche monastische Roben oder andere Materialien
dieser Art haben, so teilt diese mit Gemeinden, denen es an solchen fehlt. Unsere
Linie kommt aus Tibet, wo viele Klöster und Nonnenklöster materiell gesehen arm
sind und in großer Not leben. Es wird großes Glück bringen, wenn ihr euren
Besitz mit ihnen teilt.
Aktivitäten, an denen sich der gesamte Kagyu Kamtsang
beteiligen kann...
Gebt Hoffnung, findet Lösungen, schafft Harmonie:
93.
Investiert
in das Training und in die Bildung der jüngeren Generation. Sie
sind die Erben unserer Hinterlassenschaft und sie werden länger mit den
Konsequenzen leben.
94.
Richtet
einen Kurs zum Umweltschutz in eurer Shedra ein. Ihr könnt ansässige NGOs oder Umweltexperten
einladen, damit diese Vorträge halten oder praktische Aktivitäten anleiten, an
denen sich junge Mönche und Nonnen beteiligen können.
95.
Benutzt
die Broschüre über Umweltrichtlinien, um in den Klöstern und Nonnenklöstern
Englisch zu lehren. Dies wird bei den Mönchen und Nonnen bereits in
jungen Jahren ein Umweltbewusstsein erwecken.
96.
Wendet euch an Menschen innerhalb und außerhalb eurer Gemeinde, welche die Kompetenz besitzen, auf die euch betreffenden Umweltprobleme
einzugehen. Dies umfasst
hiesige NGOs, staatliche Organe, die Medien und so weiter.
97.
Verschwendet
keine Lebensmittel. Köche sollten abschätzen, wie viele Mahlzeiten
benötigt werden und das Essen dementsprechend vorbereiten. Gleichermaßen sollten die Einzelnen abschätzen,
wie viel sie essen können und sich dementsprechend angemessen bedienen. Die
Verschwendung von Lebensmitteln geht gegen beides, das Vinaya-Gelübte und die Umweltwerte.
98.
Lasst
Fische oder Vögel frei. Dies ist eine verdienstvolle Handlung. Stellt
jedoch sicher, dass die Arten, die ihr freilasst, heimische und keine fremden
Arten sind.
99.
Schließt euch weltweit
Bewegungen an, die sich mit den Problemen des Klimawandels beschäftigen. Das tibetische Plateau hat
alleine in der letzten Dekade einen Temperaturanstieg von 1 Grad Celsius
erfahren. Wir müssen die Nutzung von Kohlekraftwerken und fossilen
Brennstoffen, wie Benzin, global minimieren, besonders in Ländern wie den Vereinigten
Staaten, China und Indien. Hierzu müssen wir ein Teil der globalen Bewegung werden,
die versucht, eine Veränderung in großem Umfang herbeizuführen.
100.
Richtet Projekte zum
Recyceln von Müll ein. Klöster können bei
der Verwendung von recycelten Materialien, wie Schultaschen oder Einkaufstüten, die aus recyceltem
Kunststoff hergestellt werden, Pionierarbeit
leisten. Durch das Einrichten eines Modellprojektes dieser, oder einer anderen
der hier angeführten Strategien, werdet ihr zu einer viel größeren Veränderung
in eurer Gemeinschaft beitragen.
Seine
Heiligkeit, der Karmapa betont im Speziellen die folgenden acht Strategien:
101.
Erschafft
ein Mandala der Natur. Es sollte ein spezieller Platz auf den Ländereien des
Klosters sein, der eine Opferung all der wundervollen Dinge der Natur ist; Blumen, Bäume, Wasser; erkennend dass die
Erde selbst eine Opfergabe darstellt. Dies wird mit unserer eigenen
Kagyu-Tradition im Einklang stehen, da das Kloster Tsurphu als ein himmlischer
Palast und sogar als das Mandala von Chakrasamvara bekannt ist. Wenn ihr nicht
genügend Land für ein solches Projekt besitzt, so zieht bitte einen Dachgarten
in Erwägung.
102.
Klöster
und Nonnenklöster sollten einen Gemüsegarten anlegen. Eine andere Möglichkeit
ist es, ihn mit eurer ansässigen Gemeinschaft auf Gemeindegrund anzulegen. Das
Resultat sollte eine gesunde und umweltfreundliche Lebensweise sein.
103.
Kauft
nicht so viele Fahrzeuge. Zurzeit gibt es einen Trend, dass ältere Lamas einen
Wagen besitzen sollten, aber dies ist nicht notwendig. Denkt daran, wie
schädlich Autos für die Umwelt sind; sie stoßen Kohlendioxid aus und tragen in
hohem Maße zur globalen Erwärmung bei. Deshalb solltet ihr zweimal darüber
nachdenken, eines zu kaufen.
104.
Verringert
den Gebrauch von Plastik; egal ob es in Flaschen abgefülltes Wasser oder in
Plastik eingewickelte Früchte und Süßigkeiten sind. Bemüht euch bitte in allen
Fällen darum, das Angebot zu kaufen, das weniger Verpackung hat.
105.
Verschwendet
keine Lebensmittel in Küchen und Speiseräumen.
106.
Vegetarier
sollten zwischen den in verschiedenen Arten erhältlichen Eiern unterscheiden:
Befruchtet, unbefruchtet und Freilandhaltung. Auch wenn wir nicht ihr Fleisch
essen, werden die Legehennen misshandelt und in Hühnerställe gestopft.
107.
Klöster
und Nonnenklöster sollten ihr bestes geben, um Solar- und Windenergie zu nutzen
und so ihre Abhängigkeit von schädlichen Energien zu reduzieren. Im Himalaya
gibt es viele Möglichkeiten zur Installation von Wind- und Solaranlagen. Bitte
zieht diese Möglichkeit näher in Betracht.
108.
Es
ist klar, dass Wälder sehr wichtig für alles Leben auf der Erde sind. Alle, die
hier zu dieser Umweltkonferenz zusammengekommen sind, haben sich dazu
verpflichtet, in diesem Jahr 25 Bäume zu pflanzen. Begrenzt jedoch bitte eure
Bemühungen nicht nur hierauf und fahrt damit fort, die Wälder zu schützen und
wiederherzustellen.